Montag, Juni 23, 2008

Ich bin ein schlechter Mensch

Und ich werde in diesem Leben auch keiner dieser Gutmenschen. Der Zug ist seit heute morgen abgefahren. Und nein, ich erwarte keine Absolution.

Peter rief mich gestern auf den Balkon. Und was war? Die ollen Tauben, die ich schonmal hinter unseren Kräutern erwischt hatte, haben jetzt als Krönung ein Ei in die hinterste Ecke des Balkons gelegt, umringt von schlampig arrangierten Zweigen. Ich hatte alle 2 Tage geguckt, ob sie wiedergekommen waren...nix zu sehen. Es war dann scheinbar eine Guerilla-Nacht-und-Nebel-Aktion.
Was tun? Das Orakel, auch genannt Google befragen. Wenn man weder Tauben, noch Gegurre und erst recht keine ätzende Taubenkacke auf Balkonien möchte, dann muss man wohl oder übel das Ei entfernen und das Nest (ich erwähnte bereits, das es eher einem Provisorium ähnelte) entsorgen. Peter konnte nicht, also zog ich heute morgen einen Einweghandschuh über, öffnete, um Muddi-Taube zu verscheuchen, mit einem lauten Geräusch die Balkontür, nahm das warme Ei, hielt es gegen's Licht, sah keine Umrisse, legte es in die WMF-Tüte, schob mit dem Schuh die Zweige auseinander, verabschiedete mich von Peter und warf die Tüte in die Mülltonne im Keller.

Für alle Schlauspechte:
Nein, man hätte es nicht umsiedeln können (wohin auch?), einmal angefasst, kommen die Eltern-Tiere nicht mehr ans Nest und stoßen somit das Ei ab.

Donnerstag, Juni 12, 2008

Man kann Gefühle nicht lesen, man kann sie nur empfinden

Ich widme diese Gedanken jemandem, der heute im Alter von 28 Jahren verstorben ist. 

Ich kann nicht behaupten die Person gut gekannt zu haben, aber ich sah sie mehrmals die Woche, man redete, man lachte. Jetzt ist sie tot. Samstag ins Krankenhaus gekommen, im Koma gelegen, heute gestorben. Es kam überraschend, es war nichts worauf man sich lange vorbereiten konnte. Kein Abschied. Was wären die letzten Worte gewesen, wenn man was geahnt hätte? Man hätte dem Menschen Mut gemacht. "Alles wird gut." Es ist eine Lüge. Einiges kann gut werden, Alles nie. Aber dennoch hätte man sich an diesen Strohhalmsatz geklammert. Man glaubt "Sie ist jung, ihr Körper ist jung, ein Koma ist sozusagen die Sparflamme des Körpers, seine Auszeit die er sich nimmt, um sich regenerieren zu können..."

Ich überlege die ganze Zeit was ihre letzten Worte waren, worum ihre letzten Gedanken kreisten und warum so ein herzensguter Mensch mit nur 28 Jahren die Lebensbühne verlassen musste. Keine Zugabe, nur der letzte Vorhang. 

Wenn das Leben schon so ungerecht ist, was ist dann der Tod? 

Mittwoch, Juni 11, 2008

Du kriegst die Tür nicht zu...

Nun ja, zu ging sie heute morgen, aber Peter konnte danach weder zu- noch aufschliessen. Und was macht Mann in dieser Situation? Richtig, die Sicherheitsbeauftragte anrufen. Nach seiner Schilderung, er war schon im Büro, kreisten meine Gedanken allerdings nur noch um die Einbrecherbande, die als Umzug getarnt gerade unsere Wohnung ausräumt. Ich bin dann nach Hause geradelt. Man weiß ja nie, wer eventuell unter Umständen vielleicht des nachts das Schloss hätte manipulieren können und somit heute ungehindert in die Wohnung einsteigen konnte.
Auf dem Weg bin ich dank des brillenträgerunfreundlichen Regenschauers klitschnass geworden. Im 4.OG stellte sich glücklicherweise raus, das kein Panzerknacker dagewesen ist. Aber auch mit meinem Schlüssel tat sich gar nix. (als wäre es ein Zauberschlüssel....pffff)
 
Und dann ging's los:

  • Hausmeister angerufen. Der mich an die Verwaltung verwiesen.
  • Hausverwaltung angerufen, die gesagt meine Ansprechpartnerin würde mich gleich zurückrufen.
  • 20 Minuten später......nix
  • Nochmal Hausverwaltung angerufen und ihnen die Dringlichkeit versucht klarzumachen. Nicht das ich unbedingt in die Wohnung müsse, nein, mein Arbeitgeber würde auch gerne wissen, wann ich wieder dort erscheine.
  • Nach 5 Minuten dann einen Rückruf erhalten. "Sie müssen sich auf eigene Kosten einen Schlüsselnotdienst besorgen. Wir zahlen den Defekt nicht." Äh ah ja, das muss ich ja nochmal nachlesen....
  • 11880 angerufen und gebeten mir einen Schlüsseldienst in der Nähe zu nennen. Es ist auch gleich einer in der Nachbarstraße.
  • Da ich die Person mit dem stark ausländischen Akzent leider kaum verstehen konnte und nur was hörte von wegen "20 Euro für Kommen", konnte sie den Auftrag gleich wieder stornieren. 20 Euro für Kommen? Entschuldigung, aber das sind 5m Fussweg! Oder meinte sie das Kommen doch anders und ich hatte mich verwählt?
  • Ich dann erstmal zur Bank gefahren und mich erinnert, das ja in der Jarrestr. auch ein Schlossdienst ist. Nach der Bank dort vorbeigefahren und nen Termin vereinbart. Danach zurück ins Büro.
Um Punkt 17 Uhr war das Date mit dem Schlossdienst, Zylinder kaputt. Erschreckend war, wie schnell er mit dem Draht die Wohnungstür aufgemacht hat. Den Trick muss ich mir merken.
Was war das Ende vom Lied? €97,- ärmer und ein Kommen über das ich noch nachdenke...


Und nicht vergessen, morgen ist wieder Schlaaaaaaaaaaaaaand: